Exposé
Traudel wird 1941 als mittleres Kind von drei Kindern einer Kaufmannsfamilie geboren und erlebt im Osten Deutschlands eine Kindheit mit einem durch den Krieg und die russische Gefangenschaft traumatisierten Vater sowie einer Mutter, die durch Flucht und Kriegsgewalt ebenfalls tief verletzt ist. Traudel ist, wie schon ihre Mutter Käthe, begeistert von Bildung und Literatur. Bücher sorgen dafür, dass sie sich in schönere Welten versetzen kann, und ermöglichen ihr kleine Fluchten.
1958 flieht ihr ältester Bruder Adolf in die Bundesrepublik. 1959 beschließt sie ebenfalls, gemeinsam mit ihrer Schulfreundin Karin, die bürgerliche Enge ihrer Familie sowie den Staat, der ihr kaum Freiheit lässt, zu verlassen und nach Westdeutschland zu fliehen. Über Berlin Marienfelde, Waldbreitbach und Koblenz gelangt sie ins Rheinland nach Bad Godesberg, wo sie sich langsam an das Leben in Westdeutschland gewöhnt und sich einlebt. Traudel, durch Kriegserlebnisse traumatisiert und geprägt, lernt Fred kennen, der durch den Krieg ebenfalls Verluste erlitten hat und seinen Vater, der im Krieg ums Leben kam, nie kennenlernte. Traudel heiratet 1962 Fred, um versorgt zu sein. Das Paar bekommt Kinder. Immer häufiger kommt es in ihrer Ehe zu häuslicher Gewalt. Fred wird Alkoholiker und betrügt Traudel oft mit anderen Frauen. Traudel liebt Fred immer weniger, schafft es aber nicht, sich von ihm zu trennen.
Trotz aller Traumata, die Traudel durchleidet und an ihre Tochter weitergibt, wächst sie an allen Schicksalsschlägen und nimmt ihr Leben immer mehr selbst in die Hand. Dieser Mut und die Tatkraft leben in ihrer Tochter weiter.